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Ich beantrage Staatshilfe

Welche Voraussetzungen müssen eigentlich erfüllt sein, um Staatshilfe beantragen zu können? Ich bin bislang zu folgendem Schluss gekommen:

Es ist von Vorteil, sich zunächst hoch zu verschulden (Arcandor) oder sich einen Besitzer zu suchen, der Insolvenz anmeldet (Opel). Einen Besitzer will ich gar nicht haben, also bleibt mir nur der Weg, mich hoch zu verschulden.

Dann muss man glaubhaft versichern, dass viele Arbeitsplätze an einem hängen. Ich gehe ja zum Beispiel regelmäßig einkaufen, zum Friseur und nehme Dienstleistungen wie ärztliche Versorgung in Anspruch. Das sind sicherlich einige Arbeitsplätze, die an mir hängen. Und man muss ja auch nicht alle Arbeitsplätze sichern, sondern nur einige – da wird der Franz Walter schon weich.

Dann muss man am besten mehrere gleichsam unattraktive Verhandlungspartner finden, die zukünftig die Gewinne mitnehmen, die Verluste aber über eine Bürgschaft den Steuerzahler zahlen lassen. Hier bin ich noch auf der Suche. Ernstgemeinte Angebote dürfen aber gern per Kommentar gemacht werden.

Tapetenwechsel

Auf unserem Balkon wohnt eine kleine Spinne – und wenn ich sage klein, dann meine ich es auch so. Große Spinnen finden wir beide eher unerfreuliich, aber diese besondere Spinne mit ihren max. 5 mm Durchmesser geht als Hausspinne in Ordnung. Leider hat sie sich einen ungünstigen Platz für ihre Wohnung ausgesucht, denn ihr Netz ist zwischen unserem Balkongeländer und dem Grill gespannt.

In Tagen wie diesen, an denen schönes Wetter herrscht, wird häufig gegrillt. Leider zerstöre ich jedes Mal beim Aufbauen des Grills das Netz der kleinen Spinne. Und am kommenden Tag ist es wieder gesponnen. Ich habe unsere Hausspinne daher bereits liebevoll Sisyphos getauft. Allerdings lege ich ihr dringend einen Tapetenwechsel ans Herz – zum einen soll dies ja gut tun, zum anderen weiß ich sowieso nicht so recht, was man zwischen Balkongeländer und Grill so fangen kann. Fliegende Würste jedenfalls nicht.

Einen schönen Mai wünsche ich euch allen. Auch dir Sisyphos!

Steigen Sie ein…

…wir holen Sie zu Hause ab…

Mein erstes Brotkastenspiel

Vielleicht muss ich jetzt erst mal der Generation 25- erklären, was es mit dem Brotkasten in der Überschrift auf sich hat. Hierbei handelt es sich mitnichten um ein Aufbewahrungsgefäß für Backwaren, sondern um DEN legendären Homecomputer der 80er: den C64.

Die Zeiten sind lang vorbei, aber ich kann mich noch daran erinnern, wie es 1988 war, als ich mit süßen 10 Jahren meinen ersten Computer in den Händen gehalten habe – zunächst angeschlossen am alten Schwarzweiß-Fernseher meiner Eltern. Über mein erstes Spiel wusste ich lange Zeit wenig – es war besser gesagt eine Spielesammlung auf einer Cartridge.

Die jüngeren unter uns werden sich vielleicht erneut fragen “Wa?” – daher hier noch mal eine kleine Exkursion in Computergeschichte: Cartridges sind Speichermedien, auf denen sich komplette Spiele kaufen. Also sowas wie ‘ne DVD, nur als Steckmodul ;-) .

Enthalten war – das wusste ich sehr wohl – ein Fussballspiel. Allerdings war mir der Name nicht mehr erinnerlich. Zudem waren 2 weitere Spiele da drauf (muss man sich mal vorstellen, das Ding hatte wohl einen Speicherplatz von ca. 64 kB…).

Lange wusste ich nicht, wo und wonach ich suchen sollte, aber in den letzten Tagen habe ich dann auf der sehr informativen Seite www.c64-wiki.de die Infos gefunden, die ich gesucht habe: “Super Games” hieß das gute Stück. Und neben “International Soccer”, dem oben erwähnten Fußballspiel, waren “Collosus Chess” und – tada – ein Spiel namens “Silicon Syborgs” enthalten. Daran hatte ich mich all die Jahre so dunkel erinnert und wusste doch eigentlich gar nichts mehr. Umso froher war ich, als ich einige Screenshots von dem Game fand.

Es ging also wohl darum, auf einem 5*5-Spielfeld 5 Felder in einer Reihe in der eigenen Farbe zu markieren. Ja, das war doch mal was aufregendes damals ;)

Da das Spiel mittlerweile über 20 Jahre ist und (in)offiziell als Abandonware gilt kann man sich leicht ein Image des Cartriges besorgen und mit einem C64-Emulator zum laufen bringen. Und weil die Spiel damals so simpel waren und trotzdem Spaß machen, werde ich jetzt erst mal eine Runde Silicon Syborgs spielen. Und danach International Football. Und mal sehen, was ich noch so finde *in Erinnerungen schwelg*.

Beruhigt…

So, nach meinem Beinahe-Kollaps habe ich mich wieder beruhigt. So ein Unfall hat ja durchaus etwas von einer Katharsis – mit dem Ergebnis, dass man sich besinnt, meditiert, in sich geht. Feststellt, welche Schätze eigentlich auf der Festplatte schlummern. Sich in Erinnerungen ergeht und das ganze primär als Chance begreift.

Eines muss ich nämlich diesem Missgeschick lassen: Ohne dieses Vorkommnis hätte ich wohl nie das Programm Tagscanner ausprobiert. Eine unkonventionelle und gewöhnungsbedürftige Bedienung ermöglicht die rasante Bearbeitung großer Datenbestände. Zusätzlich können leicht Metadaten inklusive CD-Covern aus unterschiedlichen Quellen importiert werden. Ich habe noch nie so schnell meine MP3s gesichtet, sortiert und getaggt.

An dieser Stelle daher ein herzlicher Dank an die c’t, ohne die ich dieses Stück nie gefunden hätte. Bei Steve Jobs bedanke ich mich trotzdem nicht.

Hass…

Ich bin gerade so was von sauer, dass kann man sich kaum vorstellen. Wenn ich mir neue CDs kaufe oder mir Musik im Internet kaufe, dann landet diese in einem Ordner. Als MP3.

Bei der Art Musik, die ich gerne höre, kommt es häufiger vor, dass es sich um Sampler handelt. Manchmal kommen so 40 Künstler auf einer CD vor.

Aus mir unerfindlichen Gründen hat Apple, Steve Jobs oder auch nur iTunes etwas gegen die von mir gewählte Ordnung, alle Titel einer CD in einen Ordner zu schmeißen. Stattdessen wird dort bevorzugt, alle Titel eines Künstlers in einen Ordner zu tun.

Leider habe ich gerade festgestellt, dass dieses verf******e iTunes aus meinen ca. 40 Alben, die sich in meinem “Neu”-Ordner befanden nun 500 gemacht hat. Nichts ist mehr da, wo es vorher war. Und ich bin ziemlich wütend.

Liebe Apple-Mitarbeiter, falls ihr das lesen solltet: Was ist das für eine verdammte Scheiße? Kann dieses dämliche Programm vielleicht nachfragen bevor es sowas macht? Und wo wir schon dabei sind: Warum muss ich bei jedem Update zig MB aus dem Netz ziehen? Wie wäre es mit einem Patch?

Alle schimpfen über Microsoft – wenn die das genauso machen würden, dürfte ich bei jedem Patchday 4 GB herunterladen.

Ich muss jetzt leider Schluß machen – erst gehe ich kotzen und danach MP3s sortieren. Und im Anschluss wird iTunes deinstalliert. Drecksstück von Software. Sorry für die Sprache…

Meckern

Normalerweise bin ich ja jemand, der gern auch mal meckert. Umso wichtiger finde ich es aber auch, wenn man Positives auch mal kundtut. Mir ist in diesem Jahr nämlich äußerst positiv aufgefallen, dass der jährliche Weihnachtswahnsinn 2008 abgenommen hat. Irgendwie ist dieses Jahr weniger Weihnachtsschund im Werbefernsehen, weniger Weihnachtskitsch in den Fußgängerzonen, weniger Weihnachtslieder im Radio… Kurz und Knapp: Schön wars dieses Jahr. Wenn das an der Finanzkrise liegt, hatte diese ja doch noch etwas positives für sich. Schaun wir mal, wie es nächstes Jahr wird…

Von Gurken und Bayern

Die EU-Richtlinie 1677/88 regelte den korrekten Wuchs von Gurken und anderem Gemüse. 20 Jahre lang wurde mit preußischer Genauigkeit darüber gewacht, dass Gurken gerade wachsen.

Rückblende. Wir schreiben das Jahr 2007. In Bayern freundet man sich mit seinem baldigen Ministerpräsidenten an, als bekannt wird, dass Edmund, ähhh, Stoiber eine Expertengruppe leiten wird, die für Bürokratieabbau in der Europäischen Union sorgen soll.

Preußen und Bayern vertragen sich traditionell nicht wirklich gut. Und so schließt sich der Kreis – der Bayer Stoiber schafft die preußische Ordnung beim Gemüse ab. Ab sofort heißt es “Freiheit, Ungleichheit, Brüderlichkeit” – nicht nur für die Gurken, sondern auch für z.B. Blumenkohl, Kirschen und Melonen.

Ich kann mir gut vorstellen, wie Edi den … Gurken, äh, und Melonen … also die Krümmung von Gemüse betrachtet. Schauen Sie sich mal die großen Früchte an, wenn Sie am Baum wachsen oder sonst wo, meine sehr … äh, Kirschbäume oder … oder Büsche, wie weiland in seiner berühmten Transrapidrede

Versteht mich nicht falsch, ich finde es großartig, dass Gemüse so verkauft werden kann, wie es wächst. Auch wenn 20 Jahre Gemüsefaschismus die Diversifikation von Kürbisgewächsen sicherlich eingeschränkt haben, so dass es kaum noch krumme Gurken gibt. Mich beschleicht nur das dumpfe Gefühl, dass wir momentan keine dringenderen Probleme haben…

Wasserfassade

Bin ich eigentlich der einzige der denkt, dass die Dame in der Waterfrontwerbung mal ein Taschentuch benutzen sollte?

…Männer gehen ja bekanntlich äußerst ungern in dieses Geschäft (Außer Werders Stürmerstar Markus Rosenberg, der dort bevorzugt Lebensmittel einkauft). Das hat einen Grund: Nicht die Möbel sind das Problem, sondern der fast schon sittenwidrige Aufbau des blauen Skandinaviers. Ein üblicher Besuch gestaltet sich also für die meisten Meschen mit XY-Chromosom ungefähr so:

Abteilung Wohnzimmer, Garderoben und Schlafzimmer: Beste Laune

Abteilung Aufbewahrungssysteme: Noch halbwegs ok

Abteilung Küchen: Können wir langsam weitergehen?

Abteilung Büro: Von hier brauchen wir nichts

Abteilung Kinderzimmer: Siehe Büro

Dann folgt im allgemeinen ein Kunden-WC. Das ist schön, auch das Restaurant kann man sich grundsätzlich geben. In einem normalen Laden wäre jetzt das Ende des Geschäfts erreicht. Doch nicht so bei Ikea. Hier beginnt das eigentliche Grauen.

Man kann hier nicht einfach den Laden wieder verlassen, wie man ihn betreten hat. Nein, hier wurde ein ganz perfides System erdacht und man findet sich plötzlich in den Eingeweiden eines Tand- und Trödelimperiums wieder. Hier gibt es eigentlich nichts, was es nicht gibt. Und das schlimme daran ist: Man hat nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten die große Abkürzung zu nehmen (Die gibt es wirklich, ihr müsst nur danach Ausschau halten!), denn üblicherweise wollen die Damen der Schöpfung noch das ein oder andere Schnäppchen schlagen (”Da hinten gibt es die tolle Bettwäsche aus dem Angebot”) oder sich Anregungen holen (”Ich brauche ja eigentlich nichts, aber das sieht so gut aus und ist auch gar nicht teuer”).

Ohne diese Abkürzungsmöglichkeit müsste man das Geschäftskonzept auch schon als sittenwidrig bezeichnen, denn man hat so gut wie keine Möglichkeit dem Irrsinn zu entkommen. Und so wird sicherlich mindestens ein Drittel des Umsatzes mit Tinnef aus dem Untergeschoß gemacht und Kolonnen von Familienvätern schieben mit bis unter den Rand gefüllten Einkaufswagen an die überfüllten Kassen. (Man muss sich das sowieso mal vorstellen: Einkaufswagen im Möbelhaus!)

Allerdings muss man den Schweden zugute halten, dass sie wissen wie man Männer bei Laune hält. Und so steht am Ende eines laaaangen Tages meist der HotDog für einen Euro. Dann ist auch vergessen, dass man eigentlich nur nach einem Billy schauen wollte…

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